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Wie man eine KI führt · Teil 2

Wie man eine KI führt – Teil 2: Kommunikation mit der Maschine

Eine KI ist nur so nützlich, wie die Kommunikation mit ihr funktioniert. Die Regeln, die ich zuerst aufgestellt habe, haben nichts mit dem Inhalt der Arbeit zu tun, sondern mit ihrer Form: wie man fragt, wie man Antworten bekommt, und wer hier eigentlich wen fragt.

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie aus Situationen, mit denen ich nicht zufrieden war, mit der Zeit feste Regeln wurden. Die erste Gruppe dieser Regeln hat mit dem Inhalt der Arbeit gar nichts zu tun, sondern nur mit der Form der Kommunikation. Das klingt nach Nebensache, entscheidet im Alltag aber am meisten. Eine KI kann noch so fähig sein, wenn die Form nicht stimmt, verliert man genau die Zeit wieder, die sie einem eigentlich spart.

Verbindlichkeit über Nummern

Als ich das KI-gestützte IT.I.M Framework zu meinem Arbeitsinstrument gemacht habe, hat es sich gleichzeitig zum Controlling-Instrument weiterentwickelt. Als System Engineer bin ich es gewohnt, mit Projekt- und Task-Management-Tools sowie mit Knowledge-Base-Datenbanken zu arbeiten. Dafür musste ich mir überlegen, wie ich die Artikel und Tasks strukturiere, und dass ich irgendwie bei der Arbeit mit der KI immer einen direkten Bezug zu den generierten Texten und Artikeln im Projektmanagement-Tool haben kann. Wie in der IT.I.M-Serie schon beschrieben, nutzen wir dafür YouTrack. YouTrack kennt pro Artikel und pro Task und Ticket immer eine konkrete Nummer.

Diese Nummern sind das Rückgrat, an dem alles hängt, sie machen jede Sache eindeutig auffindbar und nachvollziehbar in der Mensch- und KI-Kommunikation.

Am Anfang gab die KI mir aber nur die YouTrack-Artikel- oder Task-ID zurück, nicht den Titel dahinter. Bezog sich die KI später im Chat auf so eine ID, war nicht mehr nachvollziehbar, was gemeint war, und ich musste erst in YouTrack selbst nachschlagen, was hinter der Kennung steckt. Daher war es eine meiner ersten Regeln, dass immer, wenn die KI eine ID-Nummer genannt hat, sie gleichzeitig den Titel für mein Verständnis mitliefern musste. Die KI hatte den Bezug automatisch, aber für mich ist es so wesentlich einfacher geworden, den Überblick zu behalten, besonders wenn man in Projekten sehr viele Tasks managen muss.

Dahinter steckt ein Prinzip, das sich durch die ganze Zusammenarbeit zieht: Der Lesefluss des Menschen ist wichtiger als die Tippersparnis der Maschine. Eine KI, die Zeit spart, indem ich dafür nachschlagen muss, spart am falschen Ende.

Eine Frage pro Nachricht, und immer mit Empfehlung

Eine weitere Regel war die, die am meisten Durchsetzung brauchte. Anfangs beendete die KI lange Antworten mit ganzen Fragenkatalogen: Frage eins, Frage zwei, Frage drei, dazwischen jeweils lange Fliesstextpassagen und Codeblöcke. Dadurch habe ich am Anfang gelegentlich den Überblick verloren, und es gab immer wieder Antworten, die sich eigentlich auf eine völlig andere Frage bezogen und mich teilweise durcheinanderbrachten.

Heute gilt: genau eine Frage pro Nachricht. Klar hervorgehoben, mit einer Empfehlung und einer kurzen Begründung, dazu nummerierte Optionen, damit meine Antwort im Zweifel aus einer einzigen Zahl bestehen kann. Der Grund dahinter ist simpel: Der Engpass in dieser Zusammenarbeit ist nicht die KI, sondern ich. Entscheidungen sind das, was nur ich treffen kann, also muss man sie portionieren wie eine knappe Ressource, statt fünf davon auf einmal zu verlangen.

Rollenklarheit bis in die Grammatik

Rollenklarheit ist ganz wichtig. Anfangs stellte die KI ihre Freigabe-Fragen in meiner Ich-Form: „Gebe ich das frei?" Beim schnellen Diktieren habe ich jedes Mal kurz gestockt, weil unklar war, wer hier eigentlich wen fragt. Heute fragt die KI aus ihrer eigenen Rolle: „Gibst du frei?" Eine winzige Änderung an einem einzigen Wort, mit erstaunlich grosser Wirkung auf die Klarheit.

Wer eine KI führt, legt eben auch sprachlich fest, wer hier wen fragt und wer am Ende entscheidet.

Warum das die Grundlage ist

Viele der Regeln, die ich aufgestellt habe, haben mit der Form der Kommunikation und des Verhaltens zu tun, nicht mit dem Inhalt. Sie sorgen dafür, dass die Zusammenarbeit überhaupt flüssig läuft, bevor es an die kniffligeren Fragen geht. Der nächste Teil geht eine Stufe tiefer: Er handelt davon, wie sicher wir die KI betreiben bzw. benutzen. Ihre grösste Gefahr ist das unkontrollierte Handeln auf dem Weg zur Auftragserfüllung: Sie behandelt jeden Weg zum Ziel gleich, auch den, der ungefragt ins System eingreift.

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